Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus vom 17. Juni bis 1. Juli 2024

  • Hinschauen und handeln! Antimuslimischer Rassismus ist real, gefährlich und kann tödlich enden.
  • Hinschauen und handeln! Antimuslimischer Rassismus ist real, gefährlich und kann tödlich enden.
  • Hinschauen und handeln! Antimuslimischer Rassismus ist real, gefährlich und kann tödlich enden.
  • Hinschauen und handeln! Antimuslimischer Rassismus ist real, gefährlich und kann tödlich enden.
  • Hinschauen und handeln! Antimuslimischer Rassismus ist real, gefährlich und kann tödlich enden.
  • Hinschauen und handeln! Antimuslimischer Rassismus ist real, gefährlich und kann tödlich enden.

Hinschauen und Handeln! – Antimuslimischer Rassismus ist real, gefährlich und kann tödlich enden.

Hass, Diskriminierungen und rassistische Übergriffe – jeden Tag in Deutschland: Antimuslimischer Rassismus bedeutet tagtägliche Anfeindungen, Ausgrenzung und viel zu oft Gewalt – ein Problem, das uns alle angeht. Schau nicht weg, schau hin!

Erst vor kurzem wurde in Rheinland-Pfalz eine Frau mit Kopftuch im Supermarkt als Terroristin bestimpft. In Berlin wurde eine Schülerin aufgrund einer Kette mit der Aufschrift „Allah“ von mehreren Mitschülerinnen körperlich angegriffen. Muslimische Grabmäler wurden geschändet. Moscheen erhalten bundesweit Drohschreiben, eingepackt mit Fäkalien, verbrannten Koranseiten und Schweinefleisch

2023: Alarmierender Anstieg von antimuslimischen Übergriffen und Diskriminierungen

Antimuslimische rassistische Diskriminierungen, Bedrohungen und gewaltvolle Übergriffe steigen drastisch. Betroffen sind Menschen, die muslimisch sind und Menschen, von denen man annimmt, sie seien muslimisch – aufgrund der Sprache, die sie sprechen, des Namens, den sie tragen, der tatsächlichen oder zugeschriebenen Herkunft oder des Aussehens. Betroffen sind Frauen, Kinder, Männer, betroffen sind schwarze Menschen, Sinti*zze und Rom*nja oder auch queere Menschen – ob religiös oder nicht.

1.464 antimuslimische Straftaten sowie 70 Angriffe auf Moscheen ereigneten sich im letzten Jahr in Deutschland (BMI 2024)[1] – mehr als doppelt so viele Übergriffe wie 2022 (610). Damit erreichen antimuslimische Straftaten 2023 einen Höchststand seit Beginn der Dokumentation im Jahr 2017. Diese Zahlen stellen nur die Spitze des Eisberges antimuslimsicher Straftaten dar. Insgesamt ist von einer hohen Dunkelziffer antimuslimischer Vorfälle auszugehen.

1 Quelle: BMI/Bundeskriminalamt: Politisch motivierte Kriminalität im Jahr 2023 – Bundesweite Fallzahlen

Antimuslimischer Rassismus ist ein strukturelles Problem und betrifft uns alle!

Die tödlichen Attentate von Halle, Hanau, München und Christchurch haben einmal mehr auf schmerzvolle Weise bewiesen, welche Folgen antimuslimischer Rassismus haben kann. In Deutschland und Europa ziehen sich antimuslimische Vorurteile durch die Gesellschaft und bilden den Nährboden für rechte Ideologien und rechtsextreme Gewalt.

Rassismus ist eine große Gefahr für unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt, denn er führt dazu, dass Mitmenschen bedroht, angegriffen oder ausgegrenzt werden. Rassismus spaltet die Gesellschaft. Gesellschaftlicher Zusammenhalt braucht gleichberechtigte Teilhabe und Chancengleichheit für alle Menschen in diesem Land.

Antimuslimischer Rassismus ist jedoch mehr als Gewalt und Hetze. Er ist ein strukturelles Problem und betrifft uns alle: Alltäglich ist, dass Menschen aus rassistischen Gründen einen Job oder eine Wohnung nicht erhalten oder Kinder im Schulalltag diskriminiert werden. All dies geschieht relativ unbeachtet von der Öffentlichkeit.

Für eine offene und demokratische Gesellschaft müssen wir uns daher alle einsetzen – auch oder vor allem dann, wenn wir auf den ersten Blick nicht selbst betroffen sind. 

Wie sich antimuslimischer Rassismus anfühlt. Was antimuslimischer Rassismus bewirkt.

Wie es sich anfühlt, im Alltag systematisch diskriminiert, herabgewürdigt und verunsichert zu werden, könnt Ihr in den Audio-Beiträgen nachhören. Die geschilderten Fälle basieren auf echten Vorfällen aus dem Melde- und Beratungskontext und sind Erfahrungsberichte.

Zusammengefasst und eingesprochen wurden diese von Nura Böttger und Merve Şahin-Yılmaz.

Zeit, ein Zeichen zu setzen!

Unter dem diesjährigen Motto der Aktionswoche gegen antimuslimischen Rassismus „Hinschauen und Handeln!“  machen wir auf den drastischen Anstieg an Diskriminierungen, rassistischen Bedrohungen und Übergriffen aufmerksam und fordern auf jetzt Maßnahmen zu ergreifen. Eine Gesellschaft, die rassistische Übergriffe toleriert, schafft ein Klima der Angst und untergräbt das Vertrauen in die Demokratie.

Mit der Aktionswoche ab dem 17. Juni und dem Tag gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli treten wir menschenfeindlichen Denk- und Verhaltensweisen gemeinsam und geschlossen entgegen. Wir zeigen, dass gegen Rassismus sein allein nicht ausreicht. Wer Rassismus wirksam bekämpfen und die Werte einer offenen und toleranten Gesellschaft schützen will, muss hinsehen, zuhören, sich solidarisieren und laut werden – egal ob Politiker*in, Künstler*in, Aktivist*in oder jede*r einzelne. Nur gemeinsam können wir antimuslimischen Rassismus bekämpfen.

Antimuslimischer Rassismus geht uns alle an!  Die Aktionswochen 2024 werden von Persönlichkeiten aus der Politik, den Medien und der Kultur unterstützt, wie z. B.

  • „Wir haben ein vielfältiges, muslimisches Leben in Deutschland, das unsere Gesellschaft bereichert. Zugleich ist antimuslimischer Rassismus Teil des Alltags vieler Muslim*innen. Das ist nicht nur eine Bedrohung für Muslim*innen oder Menschen, die aufgrund ihres Aussehens oder der Herkunft für solche gehalten werden. Das gefährdet auch den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, die Vielfalt von Kulturen und Religionen und damit unsere demokratische Kultur als Ganzes! Die Bekämpfung von Rassismus in all seinen Erscheinungsformen ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe – also machen wir mit, schreiten wir ein, seien wir solidarisch mit Betroffenen und stärken den Zusammenhalt in unserem Land.“

    Staatsministerin Reem Alabali-Radovan, Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus
  • „Rassismus ist Realität. Zahlen aus dem Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) belegen: Mehr als jede und jeder Fünfte in Deutschland hat bereits Rassismus erfahren. Im Herbst wird der NaDiRa auch Ergebnisse zu Diskriminierungserfahrungen von Muslim*innen vorlegen. Rassismus muss zurückgedrängt werden – Muslim*innen sind gleichberechtigter Teil unserer Gesellschaft! Mit dem Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ fördern wir bundesweit mehr als 700 Projekte für Demokratie, Vielfalt und gegen jede Form von Extremismus.“

    Lisa Paus, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • „Muslimische Vielfalt und muslimisches Engagement sind in Deutschland selbstverständlich. Wir müssen jedoch auch bestehende Muslim- und Islamfeindlichkeit sichtbar machen. Daher wird die Veröffentlichung des BMI-geförderten Berichts des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit ein wichtiger Schritt sein, antimuslimischen Rassismus zu erkennen und Gegenstrategien zu entwickeln. Wir sind alle gefordert, uns Tendenzen der Ausgrenzung entgegenzustellen und für unser freiheitlich demokratisches Miteinander einzustehen.“

    Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern und für Heimat
  • „Die Würde jeder*s Einzelnen ist unantastbar, das ist unsere gemeinsame Verpflichtung. Wir stehen geschlossen und stark gegen antimuslimischen Rassismus und gegen jegliche Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Solidarisch. Für eine plurale Gesellschaft der Zukunft."

    Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland
  • „Betroffene dürfen nicht alleine gelassen werden. Deswegen widersprechen, melden und solidarisch sein: Ob auf der Klassenfahrt nach Brandenburg, ob in der U-Bahn oder auf dem Amt. Vorurteile und Hass gegenüber Muslim*innen und muslimisch gelesenen Menschen haben in der pluralistischen Migrationsgesellschaft keinen Platz – nicht im Alltag und nicht in unseren Institutionen!“

    Katarina Niewiedzial, Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration
  • „Antimuslimischer Rassismus ist derart normalisiert, salonfähig & akzeptiert — selbst in anderen Belangen sensibilisierten Kreisen — dass er als Schablone & Intersektionsmuster nicht nur fehlt, wenn gegenwärtige Missstände analysiert & dekonstruiert werden sollen, sondern klaffende, folgenreiche, fatale Lücken — und Wunden — hinterlässt."

    Kübra Gümüşay, Journalistin
  • „Muslim*innen und muslimisch gelesene Menschen in Deutschland sind so vielfältig, wie ca. 5 Millionen Menschen nur sein können. Und doch werden Muslim*innen medial viel zu oft stereotyp dargestellt, mit negativen Eigenschaften versehen und zum Fremd- oder sogar Feindbild gemacht. Das muss sich ändern, denn jede*r hat das Recht, in seiner*ihrer Individualität wahrgenommen zu werden.“

    Elena Kountidou, Geschäftsführerin der Neuen deutschen Medienmacher*innen
  • „Antimuslimischer Rassismus zieht sich durch unsere Gesellschaft – und sogar noch verbreiteter als in der Gesamtbevölkerung sind muslimfeindliche Einstellungen in jener Institution, die eigentlich zum Schutz unserer demokratischen Werte da ist: bei der Polizei. In solchen Feindbildern aber wurzeln Diskriminierung und Gewalt. Dem müssen wir uns entgegenstellen und wirkungsvolle Allianzen schmieden – indem wir beispielsweise den Einsatz gegen antimuslimischen Rassismus und Antisemitismus zusammendenken, anstatt Opferkonkurrenzen zu schaffen.“

    Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank
  • „Antimuslimischer Rassismus wird oft als "Feminismus", "Pro-LGBTQI" und "Pro-Sicherheit" maskiert. Rassismus ist selten offenkundig und eindeutig, sondern meist implizit und schleichend - und dennoch nicht weniger brutal."

    Dr. Emilia Roig, Politologin, Sachbuchautorin und Aktivistin
  • „Wir müssen antimuslimischen Rassismus stärker in den Fokus nehmen. Er reicht bis weit in die Mitte der Gesellschaft. Am Anfang steht alltägliche Ausgrenzung, am Ende Gewalt und Terror."

    (Hakan Demir, Mitglied des Deutschen Bundestags (SPD)
  • „Jeder von uns kann einen Unterschied machen, indem wir aktiv gegen Antimuslimischen Rassismus eintreten. Es beginnt mit kleinen Schritten im eigenen Umfeld: Freund*innen und Familienmitgliedern zuhören, Diskriminierung melden, rassistische Stereotype hinterfragen und uns für eine sichere und gerechte Gesellschaft für alle einsetzen. Gemeinsam gegen jede menschenverachtende Denk- und Handlungsweise – heute und an jedem anderen Tag!"

    Schahina Gambir, Mitglied des Deutschen Bundestags (SPD)
  • „Unser wunderbares Grundgesetz garantiert jedem Menschen in unserem Land die freie Ausübung seiner Religion. Dieses Grundrecht ist für mich essenziell und zeichnet unsere liberale Demokratie aus. Ich wünsche mir, dass die Kulturen und Religionen noch mehr in den Dialog kommen, Vorurteile und Ressentiments gegenüber dem Islam abbauen und den Wert der Religionsfreiheit auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung als Bereicherung begreifen."

    Sandra Bubendorfer-Licht, Mitglied des Deutschen Bundestags FDP
  • „Antimuslimischer Rassismus und Vorbehalte gegenüber Muslim*innen werden unter anderem durch Medien transportiert und finden einen Nährboden in der deutschen Gesellschaft. Muslimisch markierte Menschen werden oft mit Hass und Gewalt konfrontiert. Es ist wichtig, gemeinsam ein starkes Zeichen dagegen zu setzen. Denn wenn wir uns nicht gegen antimuslimischen Rassismus aussprechen, werden nicht nur die Betroffenen im Stich gelassen, sondern auch eine Kultur der Diskriminierung und Ausgrenzung toleriert.“

    Orkan Özdemir, Mitglied des Deutschen Bundestags (SPD)
  • „Vorurteile und negative Einstellungen gegenüber Muslim*innen sind in Deutschland immer noch weit verbreitet. Wir können nur wirksam gegen Rassismus vorgehen, wenn wir auf ihn aufmerksam machen und dabei klar Haltung zeigen. Denn Antimuslimischer Rassismus geht uns alle an und hat keinen Platz in unserer Gesellschaft!“

    Filiz Polat, Mitglied des Deutschen Bundestags (Bündnis 90 / die Grünen)
  • „Die Liebe zu Gott, zur Familie, zur Community, zu energiespendenden Traditionen - das alles sind Resilienzfaktoren. Wer Muslim*innen attackiert, attackiert nicht nur Menschenleben sondern auch Kraftquellen einer offenen, warmen Gesellschaft."

    Sookee, Aktivistin & Rapperin
  • „Antimuslimischer Rassismus ist längst keine Randerscheinung mehr, im Gegenteil, er ist Teil der antidemokratischen und rassistischen Tendenzen in diesem Land. Er führt nicht nur zu vereinfachten und problematisierenden Bildern über Muslim*innen und deren Lebensrealitäten, sondern ganz konkret zu Gewalt und rassistischer Politik unter dem Deckmantel von Recht & Ordnung. Es braucht nicht nur ein gesamtgesellschaftliche Anstrengung, das Problem in seiner Komplexität und Dimension zu verstehen, sondern auch das Verständnis darüber, dass antimuslimischer Rassismus selten alleine kommt, sondern mit anderen Diskriminierungsformen einhergeht. Das zu verkennen, ist eine reelle Gefahr für die Demokratie."

    Fikri Anıl Altıntaş, Autor

Sei aufmerksam

Antimuslimischer Rassismus kann uns überall begegnen. Aber wie geht man am besten damit um, wenn man ihn erlebt – auch, wenn man nicht selbst davon betroffen ist? Gemeinsam mit der Künstlerin Soufeina „Tuffix“ zeigen wir, wie man als Zeug*in eines Übergriffs in einer solchen Situationen agieren und helfen kann.

Mitmachen bei den Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus 2023!

Wir müssen über antimuslimischen Rassismus im Alltag reden und rassistische Denk- und Verhaltensweisen sichtbar machen. Und Du kannst uns dabei helfen – auf vielen verschiedenen Wegen!

Mitmachen – so geht`s: 

1. Mach ein Video-Statement und fordere Menschen zu mehr Solidarität und Zivilcourage auf! Teil es auf Deinen Social Media-Kanälen mit den Hashtags #KeinPlatzFürHass und #Hinschauen. So trägst Du nicht nur zur Sichtbarkeit bei, sondern vernetzt Dich auch mit anderen und ermutigst sie, sich ebenfalls zu beteiligen. Eine Veröffentlichung Deines Videos zwischen dem 17. Juni und 1. Juli wäre toll. Digitale Gestaltungselemente für Dein Video findest Du in unserem Media-Kit (Verlinken) und über die Sticker- & GIF-Suche “@claim_allianz” bei Instagram.

2. Organisiere Deine eigene Aktion und mach antimuslimischen Rassismus zum Thema! Egal ob in Deinem Büro oder Home Office, im Buchladen um die Ecke, in der Schule, an der Uni oder im Stadtpark – wenn Du uns rechtzeitig über Deine Aktion informierst, helfen wir Dir, so viele Menschen wie möglich darauf aufmerksam zu machen! Vereine, zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen können hier Aktionsboxen mit Kampagnen-Materialien bestellen

3. Poste und teile unsere Kampagnen-Motive über Deine eigenen Social Media-Kanäle mit dem Hashtag #Kein PlatzFürHass und #Hinschauen.

Wie kannst Du Dich über die Aktionswochen hinaus gegen antimuslimischen Rassismus engagieren?

1. Informiere Dich

Rassismus zu erkennen und zu verstehen ist der erste wichtige Schritt. Fachinformationen zu antimuslimischem Rassismus findest Du zum Beispiel in der Vielfalt Mediathek

2. Hör Betroffenen zu

Wenn Betroffene über ihre Rassismuserfahrungen sprechen wollen, hör ihnen zu und erkenne ihre Erfahrungen an. Halte Deine persönliche Meinung zurück und mach Dir bewusst, dass du vieles über Rassismuserfahrungen nicht wissen kannst, weil Du sie nicht selbst machst.

3. Achte auf Deine Sprache

Häufig tritt antimuslimischer Rassismus auch ungewollt auf – zum Beispiel durch die Verwendung diskriminierender Sprache. Das ist jedoch für Betroffene nicht weniger verletzend. Versuche selbst auf Deine Sprache zu achten. Ein Glossar mit Formulierungshilfen, Erläuterungen und alternativen Begriffen zum Thema Muslim*innen findest Du bei den Neuen Deutschen Medienmachern.

4. Benenne antimuslimischen Rassismus

Wenn Du antimuslimischen Rassismus miterlebst, lass ihn nicht einfach so stehen. Sprich Deine Mitmenschen auf rassistische Äußerungen an und trag so dazu bei, antimuslimischen Rassismus sichtbar zu machen und Dein Umfeld zu sensibilisieren.

5. Zeig Haltung!

Antimuslimischer Rassismus kann Dir überall begegnen. Aber wie gehst Du am besten damit um, wenn Du ihn erlebst – auch, wenn Du nicht selbst davon betroffen bist? Gemeinsam mit der Künstlerin Soufeina „Tuffix“ zeigen wir, wie Du als Zeug*in eines Übergriffs in einer solchen Situationen agieren und helfen kannst.

Zur Instagram-Gallerie

Antimuslimische Diskriminierungen und Übergriffe melden

Es ist davon auszugehen, dass ein großer Teil antimuslimischer Vorfälle nicht erfasst und behördlich verfolgt wird. Expert*innen gehen sogar davon aus, dass lediglich einer von acht Fällen dokumentiert wird. Das liegt auch daran, dass es bisher keine bundesweiten Monitoringstrukturen für Betroffene von antimuslimischem Rassismus gab. Wir möchten das ändern, indem wir die Zahl antimuslimisch motivierter Übergriffe und Diskriminierungen zentral erfassen und sichtbar machen. Mit Deiner Meldung hilfst Du uns, den alltäglichen Rassismus gegenüber Muslim*innen und muslimisch gelesenen Personen besser beleuchten zu können. Bist Du Zeug*in oder Betroffene*r eines antimuslimischen Übergriffs?

Hast Du antimuslimischen Rassismus erlebt oder beobachtet?

Beratung und Unterstützung für Betroffene

Professionelle Unterstützung und Beistand erhalten Menschen, die antimuslimische Gewalt und/oder Diskriminierung erlebt haben, ihre Angehörigen sowie Zeug*innen eines Angriffs in Beratungsstellen vor Ort. Die Beratung kann telefonisch, online oder persönlich erfolgen. Die wichtigsten Anlaufstellen für Betroffene rassistischer Gewalt und Diskriminierung haben wir hier für alle 16 Bundesländer aufgelistet.

Warum ist der 1. Juli der Tag gegen antimuslimischen Rassismus?

Am 1. Juli 2009 wurde Marwa El-Sherbini im Landgericht Dresden mit 18 Messerstichen ermordet. Der Täter war der Angeklagte, der Marwa und ihr Kind ein Jahr zuvor rassistisch beleidigte. Auch ihr Mann wurde bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt. Ihr 3-jähriger Sohn wurde Zeuge ihres gewaltvollen Todes. Der Mord an der schwangeren, 32-jährigen Pharmazeutin aus Ägypten wurde auch international zur Zäsur dafür, welche Folgen antimuslimischer Rassismus haben kann. Seitdem steht der 1. Juli als Tag gegen antimuslimischen Rassismus und für ein entschiedenes Eintreten für eine solidarische, demokratische, freiheitliche und offene Gesellschaft. 2013 rief der Rat muslimischer Studierender und Akademiker (RAMSA) den 1. Juli zum Tag gegen antimuslimischen Rassismus aus, um Marwa El-Sherbini zu gedenken und auf die tödliche Gefahr von antimuslimischem Rassismus aufmerksam zu machen.

Was ist antimuslimischer Rassismus?

Antimuslimischer Rassismus bezeichnet eine Form von Rassismus, die sich gegen Muslim*innen sowie Menschen richtet, die als Muslim*innen wahrgenommen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie tatsächlich muslimisch sind oder sich als gläubig beschreiben. Antimuslimischer Rassismus wird auch als Form des „kulturellen Rassismus“ beschrieben. Biologische, kulturelle und religiöse Aspekte werden hier miteinander vermengt und der Islam dabei als etwas Unveränderliches definiert. Jegliches Verhalten von als Muslim*innen wahrgenommenen Menschen wird auf ihn zurückgeführt.¹

Aktionen

Veränderung schaffen wir nur, indem wir gemeinsam aktiv werden. Organisiere Deine eigene Aktion und mach antimuslimischen Rassismus zum Thema! Egal ob in Deinem Büro oder Home Office, im Buchladen um die Ecke, in der Schule, an der Uni oder im Stadtpark – wenn Du uns rechtzeitig über Deine Aktion informierst, helfen wir Dir, so viele Menschen wie möglich darauf aufmerksam zu machen! Informiere uns einfach per E-Mail an info@claim-allianz.de

  • 30. Mai 2024
    Lesung und Gespräch mit Necati Öziri und Sasha Marianna Salzmann

    Uhrzeit
    19 Uhr
    Ort
    Heidelberg
    Eintritt
    AufBruch – Kulturtage jüdischer, muslimischer und postmigrantischer Positionen. Ein Format der JMKT
  • 18. Juni 2024
    Eröffnung der Fotoausstellung (Un)Gerecht mit Mahmoud Dabdoub und Schüler*innen der 85. GS & Get Together

    Uhrzeit
    16 Uhr
    Ort
    Leipzig
    Eintritt
    Leipziger Bündnis gegen antimuslimischen Rassismus
  • 19. Juni 2024
    Stimmen für Toleranz und Verständnis – Gemeinsam gegen antimuslimischen Rassismus

    Uhrzeit
    13 Uhr
    Ort
    Köln
    Eintritt
    Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.
  • 19. Juni 2024
    Kick-Off zum E-Learning-Kurs Antimuslimischer Rassismus – ein Thema für die Kinder- und Jugendarbeit

    Uhrzeit
    19 Uhr
    Ort
    online
    Eintritt
    ZEOK e.V.
  • 20. Juni 2024
    Mit jüdisch-muslimischer Tradition gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit

    Uhrzeit
    18 Uhr
    Ort
    Digital
    Eintritt
    Maimonides - Jüdisch-muslimisches Bildungswerk
  • 24. Juni 2024
    Frauenfrühstück gegen antimuslimischen Rassismus

    Uhrzeit
    10 Uhr
    Ort
    München
    Eintritt
    Interkulturelles muslimisches Forum für Frauen und Familien e.V.
  • 25. Juni 2024
    Kreativ- und Social Media Werkstatt zu den Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus

    Uhrzeit
    14 Uhr
    Ort
    Leipzig
    Eintritt
    ZEOK e.V.
    Teilnahme

    Kurt-Eisner-Str. 68 in Leipzig. Anmeldung bei i.herling@zeok.de

  • 25. Juni 2024
    #KeinPlatzfürHass – Antimuslimischer Rassismus im Kontext der Kinder- und Jugendarbeit

    Uhrzeit
    17 - 20 Uhr
    Ort
    Digital
    Eintritt
    Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)
    Teilnahme

    Digital – Anmeldung: vanessa.p@muslimischejugend.de

  • 26. Juni 2024
    „Mach dich stark gegen antimuslimischen Rassismus“ #hassistkeineMeinung

    Uhrzeit
    15 Uhr
    Ort
    Sindelfingen
    Eintritt
    Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.
  • 27. Juni 2024
    Veränderungen?! Leben mit antimuslimischem Rassismus 15 Jahre nach der Ermordung von Marwa El-Sherbini

    Uhrzeit
    09:30 Uhr
    Ort
    Dresden
    Eintritt
    Bündnis gegen antimuslimischen Rassismus in Sachsen
  • 29. Juni 2024
    Muslim Voices 2024

    Uhrzeit
    15:30 Uhr
    Ort
    Hannover
    Eintritt
    Schwarze Schafe e.V.
  • 30. Juni 2024
    1001 Welt ohne antimuslimischen Rassismus – Vernissage eines Malwettbewerbs

    Uhrzeit
    15 Uhr
    Ort
    München
    Eintritt
    Interkulturelles muslimisches Forum für Frauen und Familien e.V.
  • 30. Juni 2024
    Sonder­film­vor­führung „Es brennt“ von Erol Afşin

    Uhrzeit
    18 Uhr
    Ort
    Berlin
    Eintritt
    CLAIM + Türkische Gemeinde Deutschland e.V.
    Teilnahme

    Wann? Sonntag, 30.06.2024, Einlass: 17:30 Uhr | Beginn: 18:30 Uhr
    Wo? SİNEMA TRANSTOPIA, Lindowerstr. 20/22 Haus C, 13347 Berlin

    Wenn Sie sich über u. s. Formular anmelden, reservieren wir Ihnen ein Freiticket, welches Sie am Veranstaltungstag im Kino erhalten.

    CLAIM und die Türkische Gemeinde in Deutschland e. V. im Rahmen des Projekts „Muslimisch gelesene Vielfalt im Gespräch“ laden zur exklusiven Filmvorführung von “Es brennt” ein. Im Anschluss an die Filmvorführung gehen wir ins Gespräch u. a. mit Regisseur Erol Afşin und der Hauptdarstellerin Halima Ilter.

    Zur Veranstaltung:

    Im Rahmen der Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus zeigen CLAIM und die Türkische Gemeinde in Deutschland e. V. das Spielfilmdebüt „Es brennt“ (Trailer) des Filmregisseurs Erol Afşin.

    “Es brennt” ist inspiriert vom Fall der ermordeten Ägypterin Marwa E.-S. Als Zeugin in einem Berufungsverfahren wegen rassistischer Beleidigung erschien sie am 01. Juli 2009 vor dem Landgericht Dresden. Ein Jahr zuvor waren sie und ihr Kind auf einem Spielplatz in Dresden rassistisch beleidigt worden. Im Gerichtssaal zog der Angeklagte ein Messer und griff sie und ihren Mann an. Marwa starb vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes und Ehemannes.

    Im Prozess gegen den Täter nannte die Staatsanwaltschaft erstmals antimuslimischen Rassismus als Hauptmotiv. Der Mord an der schwangeren, 32-jährigen Pharmazeutin aus Ägypten wurde auch international zur Zäsur dafür, welche Folgen antimuslimischer Rassismus haben kann. Seitdem steht der 1. Juli als Tag gegen antimuslimischen Rassismus und für ein entschiedenes Eintreten für eine solidarische, demokratische, freiheitliche und offene Gesellschaft.

    Im Anschluss an die Filmvorführung gehen wir ins Gespräch u. a. mit Regisseur Erol Afşin und Hauptdarstellerin Halima Ilter.

    Erol Afşin ist ein Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur, der vor allem in deutscher Sprache arbeitet und in Berlin lebt. Im Verlauf seines Schauspielstudiums trat er in Theateraufführungen und Filmen sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene auf. “Es brennt” ist sein Regiedebut.

    Halima Ilter ist eine deutsch-kurdische Schauspielerin. Sie wurde 1983 in Mardin geboren und wuchs in Deutschland auf. Sie studierte Schauspiel von 2006-2010 in Berlin und hat seither in zahlreichen deutschen, kurdischen und internationalen Kurz- und Spielfilmen mitgespielt, meist in Hauptrollen. Ihr letztes internationales Projekt war „The Full Monty“ von Catherine Morshead & Andrew Chaplin (UK) und „Winners“ von Soleen Yusef, das sie als eine ihrer bereicherndsten Erfahrungen und kreativsten Arbeiten empfand.

  • 01. Juli 2024
    Filmvorführung „Es brennt“ von Erol Afşin

    Uhrzeit
    19 Uhr
    Ort
    Kempten
    Eintritt
    Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.
  • 01. Juli 2024
    Tag der offenen Tür

    Uhrzeit
    12 Uhr
    Ort
    Kempten
    Eintritt
    Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.
  • 01. Juli 2024
    Gedenken an Marwa El-Sherbini

    Uhrzeit
    19 Uhr
    Ort
    Stadtteilpark Rabet
    Eintritt
    Leipziger Bündnis gegen antimuslimischen Rassismus
  • 01. Juli 2024
    Empowerment-Workshop mit Souzan AlSabah Safer Space mit Austausch und Empowerment-Strategien für Frauen, inter-, trans*-, nicht binären-, und agender Personen mit muslimischen Wurzeln und Rassismuserfahrung

    Uhrzeit
    18 Uhr
    Ort
    Digital
    Eintritt
    Projekt "ismie mie" von Holla e.V.
    Teilnahme

    Online-Workshop
    Anmeldung an „empowerment@ismiemie.de“

Partner

Mit einem breiten bundesweiten Bündnis wenden wir uns entschieden gegen Hass und antimuslimischen Rassismus.

  • aej
    Rat muslimischer Studierender & Akademiker
    Jugendkulturen, Islam & politische Bildung
  • Abrahamisches Forum in Deutschland
    Stiftung für die internationalen Wochen gegen Rassismus
    KIgA – Politische Bildung für die Migrationsgesellschaft
  • LA RED
    ADBN – Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des TBB
    AMF
  • Life e.V.
    Junge Islam Konferenz
    fair International
  • Yallah Saar
    .minor
    RAHAMA
  • Mosaik e.V.
    Verband binationaler Familien und Partnerschaften
    ZEOK e.V.
  • WoW
    BFmF
    AntiDiskriminierungsBüro Köln
  • Bosnische Gemeinde Velbert e.V.
    Muslim Story
    Bundesarbeitsgemeinschaft Religiös begründeter Extremismus
  • Gesicht zeigen!
    Jung muslimisch aktiv
    Katholische Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt e.V.
  • Muslimisches Jugendwerk
    Muslimische Jugend in Deutschland
    Zentrum für Extremismusprävention e.V.
  • Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.
    Arbeitskreis Muslimische Flüchtlingsarbeit in Köln
    Backup
  • Deutschsprachiger Muslimkreis Karlsruhe
    Demokratiezentrum Land Bremen
    Elephantastisch Hamm
  • Haus SoVi
    In-Haus
    Kommunales Integrationszentrum Köln
  • Kreis Groß-Gerau
    Mina e.V.
    Multikulturelles Forum e.V.
  • Schwarzkopf Stiftung Junges Europa
    TBDT - Türkeistämmige Bürgerinnen und Bürger in NRW für Demokratie und Teilhabe
    Maimonides Bildungswerk - Courgagiert!Gemeinsam gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit
  • Verband muslimischer Lehrkräfte (VmL) e. V.
    Deutsche Islam Akademie (DIA) e. V.
    Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) e. V.
  • ISD Hannover e. V.
    Bildungsteam Berlin Brandenburg e. V.
    Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen (ADAS)
  • FödeM – Bildungsinitiative Förderung des deutschsprachigen Muslimseins
    Raum 3 – Empowerment Junger Muslim*innen durch Medienarbeit
    streetwork@online
  • SWANS Initiative
    CD Kaserne - Wer sind wir? Denken, Sprechen, Handeln in der Islamdebatte
    Couragiert!
  • Holla e.V.

Presse

Liebe Journalist*innen, wir stellen gerne unsere Plakat-Motive sowie Pressefotos für Ihre Berichterstattung zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie uns unter presse@claim-allianz.de.

Aktuelle Presseinformationen zu den Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus finden Sie online im Pressebereich von CLAIM: https://www.claim-allianz.de/presse/

Förderung

Die Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus werden gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“